Diagnose Lipödem

Das Lipödem ist eine Störung der Fettverteilung, bei der es zu einer unkontrollierten Fettvermehrung vor allem an Beinen, Hüfte, Gesäß und in einigen Fällen auch an den Armen kommt. Betroffen sind in Deutschland rund 3,8 Millionen Menschen, fast ausschließlich Frauen. Es ist aber von einer hohen Dunkelziffer auszugehen, weil viele Betroffene nichts von ihrer Erkrankung wissen und glauben, die Fettvermehrung sei unmittelbare Folge von falscher Ernährung und zu wenig Bewegung. Auch Ärztinnen und Ärzte erkennen die Erkrankung nicht immer, verwechseln sie häufig mit einem Lymphödem oder Adipositas. Erst in den vergangenen 20 Jahren ist das Lipödem zunehmend ins Bewusstsein von Medizinern und Gesellschaft gerückt.

Diabetes und Lipödem

Kathi Korn lebt mit verschiedenen chronischen Erkrankungen, darunter Typ-1-Diabetes, Lipödem und Lymphödem. Sie ist dreifache Mutter, Tischtennis-Meisterin und bezeichnet sich selbst als Mutmacherin, die sich ehrenamtlich und beruflich für die Anliegen chronisch kranker Menschen einsetzt.

Was ist Lipödem?

Das Lipödem ist eine Störung der Fettverteilung, bei der es zu einer unkontrollierten Fettvermehrung vor allem an Beinen, Hüfte, Gesäß und in einigen Fällen auch an den Armen kommt. Typisch für ein Lipödem ist ein unproportionales Verhältnis der einzelnen Körperteile zueinander. Im Extremfall tragen betroffene Frauen Oberteile in Kleidergröße XS und Hosen in Größe XXL. Viele betroffene Frauen leiden unter den Folgen, die diese Ungleichverteilung für ihr äußeres Erscheinungsbild bedeutet. Dazu kommen ständige Schmerzen durch Wasserablagerungen zwischen den Fettschichten. Die genauen Ursachen des Lipödems sind nicht geklärt. Da die ersten Symptome meist in der Pubertät oder nach Schwangerschaften auftreten, vermuten Experten hormonelle Auslöser. Die Neigung zum Lipödem scheint vererbbar zu sein.

Diabetes & Lipödem

Matthew Watt und sein Team an der Universität in Melbourne, Australien fanden heraus, dass die Fettzellen im Körper der Adipositas-Patienten ein neu entdecktes Protein namens PEDF ausschütten. Diese Ausschüttung in den Blutstrom bewirkt, dass Muskeln und die Leber unempfänglich gegen das Hormon Insulin werden. Um dem entgegen zu wirken, produziert die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin als benötigt. Mit der Auswirkung, dass diese sehr stark überlastet wird. Schließlich wird dadurch die Produktion von Insulin in der Bauspeicheldrüse verlangsamt oder sogar gestoppt, was zur Entstehung von Diabetes führt. Laut Matthew Watt werden Patienten mit Diabetes von der Entdeckung des Proteins PEDF Profit schlagen. Wissenschaftler und Forscher können nun diese Erkenntnisse nutzen, um neue Medikamente zur besseren Behandlung von Diabetes des Typs 2 zu entwickeln.

Therapie

Man unterscheidet für die Behandlung eines Lipödems zwischen konservativen und operativen Maßnahmen. Die Therapieformen reichen von der Kompressionsverordnung über die Lymphdrainage bis hin zur Fettabsaugung. Kompressionsstrümpfe können die Begleiterscheinungen eines Lipödems reduzieren oder im Stadium 1 halten. Dafür werden die Strümpfe nach Maß angepasst. Sie müssen mindestens an drei Tagen in der Woche getragen werden. Welche Strümpfe die richtigen sind, entscheidet der Arzt. Die Lymphdrainage entstaut das Gewebe und bringt ebenfalls eine Erleichterung. Die Therapie wird vom Arzt verschrieben und von erfahrenem medizinischem Personal, zum Beispiel einem Physiotherapeuten, ausgeführt. Für einen dauerhaften Erfolg und eine wesentliche Reduzierung der Beschwerden reichen aber die konservativen Therapien oft nicht aus. Eine Methode, die wesentlich mehr Erleichterung bringt, sowohl körperlich und ästhetisch als auch für das psychische Befinden, ist die Fettabsaugung.